Bombenentschärfung

Datum: 26. März 2002 
Alarmzeit: 0:00 Uhr 


Einsatzbericht:

In nur 20 Minuten war de Bombe entschärft, die die Münstereifeler einen halben Tag in Atem gehalten hatte.

Eine 2,5 Zentner schwere US – Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg hatte, am Nachmittag des 23.03.2002, das Leben in Bad Münstereifel weitgehend lahm gelegt. Es bestand höchste Explosionsgefahr am Fundort – einer Baustelle an der Trierer Straße gegenüber dem Konvikt. Polizei und Feuerwehr evakuierten komplette Straßenzüge sowie Geschäfte und Cafés. Auch die B51 wurde gesperrt. Die ganze Malaise begann gegen Mittag. Bei Ausschachtarbeiten hatte ein Baggerführer plötzlich einen „blinden Passagier“ in der Schaufel. Als er erkannte, dass es sich um eine Bombe handeln könnte, setzte er das Teil butterweich ab und entfernte sich zunächst mit schlotternden Knien. „Dann haben wir die Einsatzkräfte alarmiert. Sicherheit geht vor“, meinte Bauherr Rikkela Fuchs. Wenig später waren Polizei und 70 Feuerwehrleute vor Ort. Einsatzleiter Bruno Arnolds leitete in Absprache mit Ordnungsamtsleiter Hubert Anczikowski und der Polizei sofort erste Absperrmaßnahmen ein.

Lautsprecher Wagen der Feuerwehr forderten die Anwohner immer wieder auf, ihre Häuser zu verlassen und zu den Sammelstellen in der Kurverwaltung und der Heinz – Gerlach – Halle zu gehen. Inzwischen waren auch Heinz Luerweg und Wolfgang Hellwig vom Kampfmittelräumdienst am Einsatzort. Die Bombenexperten der Bezirksregierung hatten es nicht weit. „Sie hatten einen Termin in Euskirchen“, verriet Polizeisprecher Axel Drews. Polizei – Einsatzleiter Karl Schmidt forderte Verstärkung, eine Hundertschaft aus Aachen, an. Gegen 15:30 Uhr wurde der Aldi Markt in nur gut fünf Minuten evakuiert, wenig später die Konvikt – Baustelle. „Die Baustelle wird auf Anordnung der Polizei geräumt“, brüllte der Polier durch die Flure. Und schon ließen die Bauarbeiter ihre Werkzeuge fallen und brachten sich schleunigst in Sicherheit. Auch die Bad Münstereifeler Innenstadt musste teilweise evakuiert werden. Die Feuerwehr ging von Haus zu Haus und forderte die Leute auf die Gebäude im Gefahrenbereich zu verlassen.

Zusammen mit den Aachener Polizisten durchkämmten die Feuerwehrleute den Gefahrenbereich ein zweites mal. Und siehe da, um 17:50 Uhr entdeckten sie noch eine Frau, die in ihr Haus wollte. „Ich will nur eine Jacke holen“, meinte sie. Die Dame wurde in Sicherheit gebracht. Um 16 Uhr wurde die Bundesstraße 51 zwischen Eicherscheid und Iversheim komplett gesperrt, auch die Landstraße nach Nöthen wurde „dichtgemacht“. Im Rundfunk wurden die Autofahrer aufgefordert, Bad Münstereifel weiträumig zu umfahren und die Innenstadt zu meiden. Gegen 18:20 Uhr kam schließlich die Entwarnung: „Die Bombe ist entschärft.“ Polizeisprecher Drews schätzte, man habe aus dem Sperrbezirk etwa 500 Leute evakuieren müssen. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die Evakuierten und Einsatzkräfte mit Suppe sowie warmen und kalten Getränken. Die Entschärfung der Bombe stellte Luerweg und Hellwig trotz angeschlagener Zünder keine größeren Probleme: „Nach 20 Minuten war die Sache gehalten“, sagte Luerweg.